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Kloster Aldersbach

Marienkirche

Eine der schönsten Marienkirchen Bayerns findet sich im ehemaligen Kloster Aldersbach und wird auch als Dom des Vilstals bezeichnet. 1120 wurde das Kloster von Bischof Otto von Bamberg gegründet und 1146 von Zisterziensern übernommen, die es zu hoher Blüte führten. Insgesamt wurde die Marienkirche bis heute fünfmal umgebaut. Im „goldenen Zeitalter“ erhielt sie 1720 ihr endgültiges, barockes Aussehen durch den italienischen Bauherrn Domenico Magazini, genannt „Magzin“. Der neue Stil des Rokoko wurde auch in der Innengestaltung durch die Gebrüder Asam, den Maler Cosmas Damian und den Stuckateur Egid Quirin umgesetzt.

Erstmalig im bayerischen Raum malte Cosmas Damian Asam hier im Kloster ein jochüberspanntes Fresko auf eine Langhausdecke. Stuckaturen von Egid Quirin Asam im Stil des beginnenden Rokokos zeigen Nachwirkungen des italienischen Barock. Die ehemalige Klosterkirche gehört zu den bedeutendsten Bauerwerken des ausgehenden Barock im süddeutschen Raum.

Innenansicht Klosterkirche Aldersbach. Rechte: Tourismusverband Ostbayern

Innenansicht Klosterkirche Aldersbach.
Rechte: Tourismusverband Ostbayern

Im Zuge der Säkularisation sollte die Marienkirche abgerissen werden. Die Einrichtung wurde billig verkauft, verschiedenstes Interieur nach Vilshofen gebracht und die Kirche zeitweise als Pferdestall benutzt. Mit der Erhebung zur Pfarrkirche im Jahre 1806 wurde die Marienkirche gerettet.
Beachtlich ist der 68 m hohe Kirchturm, welcher 1410 erbaut und seit 1755 in seiner heutigen Form die Marienkirche ziert. Der prunkvolle Hochaltar mit seinem baldachinartigen Aufbau auf gewundenen Doppelsäulen bildet den Höhepunkt des Saales.
Besonders sehenswert ist das Fresko im Mittelschiff der Kirche, welches die Weihnachtsgeschichte verbildlicht. Ein Muss für jeden Besucher ist, die Schwalbe im Fresko zu suchen, denn „wer die Schwalbe nicht gesehen hat, hat Aldersbach nicht gesehen“.

Zisterzienserkloster

Das Kloster Aldersbach wurde im Jahre 1146 durch Mönche des oberfränkischen Zisterzienserklosters Ebrach gegründet. Diese übernahmen das Augustiner-Chorherrenstift in Aldersbach St.Peter und errichteten die heutige Klosteranlange.

Im 18. Jahrhundert wurde das prunkvolle Kloster durch politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung geprägt. Wirtschaftlich zählte das Prälatenkloster zu den reichsten im Lande. Hunderte Bauernhöfe und Anwesen unterstanden dem Kloster, welches selbst Steinbrüche, eine Fischzucht, Land- und Forstwirtschaft, eine Getreidemühle und natürlich die Brauerei betrieb. Diese Erfolge und ebenfalls die Misserfolge, wie beispielsweise durch Kriege, Pest und Klima, prägten das Kloster Aldersbach über die Jahrhunderte.

Zum Zeitalter des Barocks und des Rokoko wurde 1720 der Neubau der Klosterkirche Maria Himmelfahrt, welche als die schönste Marienkirche Bayerns gilt, vollzogen. Neben des Baus der Prunk- und Modlersäle, wurde 1760 die Klosterbibliothek errichtet. Mit über 40.000 wertvollen Handschriften und Bänden, zeugte die Bibliothek von einem künstlerischen und wissenschaftlichen Vorsprung und bildete die größte Bibliothek in der Region. Ein überwältigendes Fresko von Matthäus Günther, dem bedeutendsten Schüler der Asam-Brüder, ziert den Bibliothekssaal.
Die Entwicklung des Klosters Aldersbach zu einem der bedeutendsten Zisterzienserklöster in Altbayern ist bemerkenswert. Das Kloster galt als geistiges und religiöses, sowie kulturelles und wirtschaftliches Zentrum von Bayern. Zudem war das Kloster Aldersbach im 18. Jahrhundert eines der angesehensten wissenschaftlichen Klöster Bayerns.

Erst in Folge der Säkularisation 1803, der Verstaatlichung des Klostereigentums und der Vertreibung der Mönche, folgte die Auflösung des Klosters. Die Familie der Freiherren von Aretin erwarb die Ländereien des Klosters und die Klostergebäude mit der Brauerei acht Jahre nach der Säkularisation.

Die Gründung des Förderkreises Kloster Aldersbach 1983 hatte zum Ziel, die Wiederherstellung des Klosters zu leiten. Somit kann auch heute, nach mehreren Jahrhunderten des Bestehens, die imposante Größe, die prunkvolle Bauart und die Geschichte des Klosters besucht und bewundert werden.

Räumlichkeiten des Kloster, wie Prunksäle und Bibliothek, wurden in das Ausstellungskonzept zur Bayerischen Landesausstellung eingebunden und bilden den Rahmen für besondere Themenschwerpunkte der Ausstellung „Bier in Bayern“. Die Bibliothek zum Beispiel bildet mit dem berühmten Fresko von Matthäus Günther einen Höhepunkt.

Eng mit dem Kloster verbunden ist die Brauerei Aldersbach, die bereits auf eine über 700-jährige Geschichte zurückblicken kann. Mit Museum, Bräustüberl und Klosterladen ist die Brauerei ein Erlebnis für Leib und Seele
Die perfekte Verbindung von Tradition und Moderne steht in erstklassiger Weise für die Bayerische Lebensart. Da wundert es nicht, dass Aldersbach im Jahr 2016 Schauplatz der Bayerischen LandesausstellungBier in Bayern“ war.
Kloster, Kirche und Brauerei können besichtigt werden. Weitere Infos erhalten Sie unter www.aldersbacher.de

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